Eko war jung und brauchte das Geld, Nate 57 ist auf der Jagd nach ihm, Sido schmiss mit Fuffies im Club und  K.I.Z. wollten Geld sogar Essen. Amerikanische Musikvideos zum Vorbild genommen flogen Scheine sowohl in Texten als auch in Videos immer häufiger durch die Gegend, teils ernst gemeint, teils ironisch, teils lachhaft, teils traurig.

Raptexte sind häufig direkter als die Texte von anderen Künstlern, das macht sie oftmals verständlicher, wirkt aber häufig auf die allgemeine Bevölkerung plump quasi “zu leicht”. Ein starkes quasi zur Festung gemauertes Gegenargument bringt allerdings Torch. (Alle die sich für die deutsche Rap-Geschichte interessieren sollten diesen Namen bereits gehört haben, an alle die ihn nicht kennen: Die Re-Edition seines Albums Blauer Samt kaufen). Ich muss zugeben, dass ich es lange versäumt habe das von vielen Kritikern umjubelte “Blauer Samt” zu hören, ein Album das textlich so hoch auf einem Podest steht, dass es ein Fernglas bräuchte um so manch andere Veröffentlichung der letzten Jahre zu sehen.

Natürlich sind Geschmäcker verschieden und ich vertrete auch nicht den “Hip Hop ist tot”-Slogan, aber Torch’ Gabe mit Worten Bildern zu erschaffen, ragt aus der Masse hervor und kann man wohl am besten mit dem Wort “Dichtkunst” beschreiben.

Hier nur ein Beispiel: “Blauer Schein”.
Torch beschreibt den Weg eines 100-Mark Scheins aus der Sicht desselben und geht sowohl auf Politik, Religion
und schließlich den deutschen Hip Hop ein. Ich würde wirklich gerne mehr verraten, aber ich möchte das Lied nicht allen vermiesen, die es noch nicht kennen. Hört es euch an:

Torch – Blauer Schein Lyrics

(Erklärungen und Informationen findet ihr unter dem Link anhand der orangefarbenen Markierungen)