Zum Schlussakt seines im Jahr 2010 erschienenen Solo-Albums “Täter-Opfer-Ausgleich” holte sich der Vollzeit-Misantroph JAW niemand Geringeres als den bekennenden Buddhisten Absztrakkt ins Boot, um eine urbane Abhandlung von Karma und Determinismus aller erster Güte aufs Parkett zu zaubern. Schon im ersten Refrain wird deutlich, was den Zuhörer in den kommenden Strophen erwartet: jeder einzelne Moment, den man durchlebt, wird zum Bestandteil des eigenen Lebens und abhängig von den Entscheidungen, die man trifft, ändert man seine eigene Zukunft.

JAW nutzt dieses Konzept, um in seiner Strophe über seine Vergangenheit zu philosophieren und wie seine damaligen Entscheidungen und Erlebnisse ihn geformt haben, respektive was er daraus gelernt hat (oder auch nicht). Durch die Verwendung massig bedeutungs- und symbolschwangerer Worte verleiht JAW seinen Aussagen fast schon religiösen Charakter und setzt somit den Grundstein für die folgende Strophe von Absztrakkt. Im Gegensatz zu seinem Kollegen beschäftigt sich der Lüdenscheider MC eher mit der Gegenwart und richtet seine Worte teils direkt an den Hörer. Schon zu Beginn seiner Darbietung verwöhnt uns Absztrakkt mit einer cleveren Anspielung auf die Doppeldeutigkeit des Wortes Prozess. Gepaart mit einigen Vergleichen, die auch in einem überaus passablen Battletrack hätten Einzug finden können, wird dieses Stück musikalischer Philosophie abgerundet.

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