Lied des Pi-Tages: Prinz Pi – Keine Liebe
- März 14th März 2013
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Fünfzehn Jahre sind seit dem ersten Album „Porno Privat“ vergangen, mit dem die Musik von (damals noch) Prinz Porno das Licht der Welt erblickt hat. Und schon in diesem Album hat sich das Genie von Prinz Porno manifestiert. Kreativ bis zum Anschlag dropt ein Amateur Zeilen, derer zumindest die aus „Keine Liebe“ jedem ein Begriff sein sollte. Dieses Lied hat sich zum Untergrundhit entwickelt, mich wie so viele andere zum Prinzen gebracht und bleibt mir bis heute als großes Stück Musik meiner Jugend in Erinnerung. Ich weiß noch, wie wir als Siebtklässler auf dem Schulweg nichts anderes vor uns hergerappt haben.
Inzwischen gibt es Neuauflagen, Remixe und sogar eine Klavierversion (auf „Hallo Musik“), was zeigt, wie wichtig dieses Lied auch für Prinz Porno selbst bis heute zu sein scheint. Ein würdigeres “Lied des Tages” fiele mir bei diesem Mann nicht ein.
Auch in den Jahren danach ging es rasant weiter, ob in Kombination mit Kid Kobra und Smexer als die Beatfabrik oder alleine, Prinz Porno hat geschrieben und gerappt wie ein Wahnsinniger, Battletracks und Verschwörungstheorien am Fließband produziert. Ein paar Belege gefällig?
20000 Meilen Untergrund
Rap ist meine Schwester
Live-Aufnahmen von der Wir battlen jeden-Tour
weitere Freestyles
Doch fünfzehn Jahre sind eine lange Zeit und so nagt der Zahn der Zeit auch an Friedrich Kautz und sorgt unweigerlich für Veränderung und Entwicklung. Zwei besonders schwerwiegende, große Veränderungen sollen hier als Beispiel dienen: Die Umbenennung zu Prinz Pi, deren Gründe sicher schon ausreichend oft erläutert wurden, der oft abfällig als „Hipster-Film“ bezeichnete Stil, den Prinz Pi seit „Rebell ohne Grund“ fährt. Das sind Entwicklungen, die vielen Fans der ersten Stunde bitter aufstoßen – die Youtube Kommentar-Schlachten nehmen zwar keine Haftbefehl’schen Ausmaße an, zeugen aber dennoch von einer Verbitterung und Versteifung dieser Menschen, die sich bis heute den alten Prinz Porno zurückwünschen. Gewiss, der Kontrast zwischen Damals und Heute ist groß, festzuhalten und unbestreitbar ist in meinen Augen dennoch der Fakt, dass Prinz Porno / Prinz Pi zwischen 1998 und 2013 stets Qualitätsprodukte ablieferte, die in liebevoller Arbeit entstanden sind – Geschmackssache hin oder her. Und derer auch nicht zu wenige, die Diskographie auf Wikipedia ist ein eindrucksvoller Beweis dessen.
Zwar kann Friedrich Kautz, obwohl er ähnlich lange dabei ist wie Samy, Savas oder Sido, keinen ähnlichen öffentlichen Erfolg verbuchen, es würde mich aber nicht wundern, wenn die Verkaufszahlen seiner Tonträger in der Summe weit über denen der drei genannten Rapper liegen – vielleicht täusche ich mich hier aber auch. Respekt verdient sein Werk, das er bis heute abgeliefert hat allemal. Ich blicke mit warmem Herzen in die Vergangenheit und mit fröhlicher Erwartung in die Zukunft.







