Archiv für Kategorie ‘Lied Des Tages’

Lied des Pi-Tages: Prinz Pi – Keine Liebe

Fünfzehn Jahre sind seit dem ersten Album „Porno Privat“ vergangen, mit dem die Musik von (damals noch) Prinz Porno das Licht der Welt erblickt hat. Und schon in diesem Album hat sich das Genie von Prinz Porno manifestiert. Kreativ bis zum Anschlag dropt ein Amateur Zeilen, derer zumindest die aus „Keine Liebe“ jedem ein Begriff sein sollte. Dieses Lied hat sich zum Untergrundhit entwickelt, mich wie so viele andere zum Prinzen gebracht und bleibt mir bis heute als großes Stück Musik meiner Jugend in Erinnerung. Ich weiß noch, wie wir als Siebtklässler auf dem Schulweg nichts anderes vor uns hergerappt haben.
Inzwischen gibt es Neuauflagen, Remixe und sogar eine Klavierversion (auf „Hallo Musik“), was zeigt, wie wichtig dieses Lied auch für Prinz Porno selbst bis heute zu sein scheint. Ein würdigeres “Lied des Tages” fiele mir bei diesem Mann nicht ein.
Auch in den Jahren danach ging es rasant weiter, ob in Kombination mit Kid Kobra und Smexer als die Beatfabrik oder alleine, Prinz Porno hat geschrieben und gerappt wie ein Wahnsinniger, Battletracks und Verschwörungstheorien am Fließband produziert. Ein paar Belege gefällig?

20000 Meilen Untergrund
Rap ist meine Schwester
Live-Aufnahmen von der Wir battlen jeden-Tour
weitere Freestyles

Doch fünfzehn Jahre sind eine lange Zeit und so nagt der Zahn der Zeit auch an Friedrich Kautz und sorgt unweigerlich für Veränderung und Entwicklung. Zwei besonders schwerwiegende, große Veränderungen sollen hier als Beispiel dienen: Die Umbenennung zu Prinz Pi, deren Gründe sicher schon ausreichend oft erläutert wurden, der oft abfällig als „Hipster-Film“ bezeichnete Stil, den Prinz Pi seit „Rebell ohne Grund“ fährt. Das sind Entwicklungen, die vielen Fans der ersten Stunde bitter aufstoßen – die Youtube Kommentar-Schlachten nehmen zwar keine Haftbefehl’schen Ausmaße an, zeugen aber dennoch von einer Verbitterung und Versteifung dieser Menschen, die sich bis heute den alten Prinz Porno zurückwünschen. Gewiss, der Kontrast zwischen Damals und Heute ist groß, festzuhalten und unbestreitbar ist in meinen Augen dennoch der Fakt, dass Prinz Porno / Prinz Pi zwischen 1998 und 2013 stets Qualitätsprodukte ablieferte, die in liebevoller Arbeit entstanden sind – Geschmackssache hin oder her. Und derer auch nicht zu wenige, die Diskographie auf Wikipedia ist ein eindrucksvoller Beweis dessen.

Zwar kann Friedrich Kautz, obwohl er ähnlich lange dabei ist wie Samy, Savas oder Sido, keinen ähnlichen öffentlichen Erfolg verbuchen, es würde mich aber nicht wundern, wenn die Verkaufszahlen seiner Tonträger in der Summe weit über denen der drei genannten Rapper liegen – vielleicht täusche ich mich hier aber auch. Respekt verdient sein Werk, das er bis heute abgeliefert hat allemal. Ich blicke mit warmem Herzen in die Vergangenheit und mit fröhlicher Erwartung in die Zukunft.

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Lied des Tages: MRG – Harlem Shake


Der Harlem Shake – wohl die größte Youtube Sensation seit Gangnam Style – sorgte in Amerika für eine neue Berechnung der Charts, so werden nun die YouTube-Klicks der Lieder mit eingerechnet. Normalerweise wäre der Harlem Shake nur in den Top-15 gelandet, doch dank der neuen Reglung hat der Track es auf Platz eins der Billboard-Charts geschafft.

Nummer Eins – das ist auch das Ziel der Macht Rap Gang, kurz MRG.
Das Label MRG hat seinen Sitz in Stuttgart und besteht aus Labelgründer Jaysus, Boobas ehemaligem Bodyguard Rapsta und Musiye aka Musiyelago.
Nachdem die drei bereits das Brett „Theo“ released haben, bedienen sich Jaysus und Rapsta nun beim erwähnten Harlem Shake.
Natürlich klingt das Lied vom Sound und Text sehr nach Ami-Rap, doch gerade das macht es für mich sehr abwechslungsreich. Während SBM oder JBG den Straßen-Ami-Sound bringen, bringt MRG den Party-Ami-Sound!
Dabei stehen die Lyrics für mich ausnahmsweise nicht im Vordergrund, mir bleibt eher der Mund offen stehen, wenn ich Rapstas unberechenbaren Flow höre. (Der Junge hat schließlich noch nicht mal eine EP draußen). Das Finale bildet Jaysus mit einem ordentlichen Funken Selbstironie:

Mistplagen, die hardcore steif sind/
Mach du weiter Witze über den Süden, dann komme ich mit Mistgabeln und Traktorreifen

und einem Part in dem er tatsächlich schneller rappt als mein Auge mitlesen kann.

Ob Euer Auge das schafft könnt Ihr auf unserer Partnerseite RapGenius.com testen:

Rapsta & Jaysus – “MRG Harlem Shake” Lyrics

Der Track ist außerdem der erste Track auf dem zwei “Verified Artist” ihre Lyrics beleuchten.

Die Jungs haben übrigens frisch einen Vertrag mit Warner Music unterschrieben. Außerdem kommen die EPs von Musiye und Rapsta bald. Ich bin verdammt gespannt!

Mixtape des Monats:
Megaloh – Auf Ewig Mixtape Lyrics

Megaloh - Auf Ewig Mixtape Lyrics

Megaloh – Auf Ewig Mixtape Lyrics

1. Megaloh x Creutzfeld & Jacob – Anfangsstadium Lyrics
2. Megaloh x Stieber Twins – Schlangen sind giftig Lyrics
3. Megaloh x Eins Zwo – Vogelperspektive Lyrics
4. Megaloh x Curse – Wahre Liebe Lyrics
5. Megaloh x RAG – Ohne Gewähr Lyrics
6. Megaloh x Freundeskreis – Esperanto Lyrics

Alles deutet darauf hin, dass 2013 das Jahr wird, in dem Megaloh den Sprung vom ewigen Talent in die deutsche Reimelite endlich hinbekommt. Kaum hat man als Rapliebhaber den 08.03. – also den Releasetag seines Albums Endlich Unendlich – mit einem roten Kreuz fett in seinem Kalender markiert, beschenkt er uns mit dem Mixtape Auf Ewig vorher noch mit einer ganz besonderen Hommage an die deutsche Hip Hop-Geschichte.

Auf von seinem DJ Ghanaian Stallion fließend ineinandergemixte Beats drückt Mega hier sechs absoluten Rapklassikern seinen Stempel auf und demonstriert über knapp 15 Minuten showcase-artig seinen markanten Flow mit wortgewandten Texten voller äußerst kreativer Vergleiche. Beispiel gefällig? Hier:

Mister Miyagi baut die Parts wie ‘ne Stradivari
Mal wie Salvadore Dali, Baba so wie Ali
Der Style ein Mix aus Wasabi und Zyankali
Trocken wie eine Safari in der Kalahari

Hammer! Aphroe fasst zusammen: “Checkt Megaloh ab! Tut es, tut es jetzt, checkt die Texte, die Message, die Raps, die Flows, die Delivery, die Stimme – hier stimmt alles.” Da können wir nur mit dem Kopf nicken: Auf Ewig – unser Mixtape des Monats!

Zum kostenlosen Download

Umfrage: “Lied des Monats” (November)

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Die Da!?! – 20 Jahre Top Ten Jubiläum (Lied des Tages)

Heute würdigen wir mit dem “Lied des Tages” ein besonderes Stück Geschichte: Am 26.10.1992, also genau heute vor 20 Jahren ist mit “Die Da!?!” von den Fantastischen Vier das allererste Mal ein deutschsprachiger Hip Hop-Track in die deutsche Top Ten eingestiegen und zwar auf Platz 9. In den darauffolgenden Wochen hat sich der Track sogar bis auf die Platz zwei gemausert, in Österreich und der Schweiz war das sogar ein Nummer eins Hit!

Die Da?! Lyrics - Die Fantastischen Vier

Mit dem Lied beginnt auch die lange Tradition von humorigem Klamaukrap, das den Ton der kommerzielleren deutschen Hip-Hop-Landschaft besonders in den 90er Jahre nachhaltig geprägt hat. Thema des Liedes ist, dass Thomas D. und Smudo sich treffen, einander von ihrer jeweiligen neuen Liebschaft erzählen und dabei entdecken, dass sie beide von derselben Frau reden. Deren Beuteschema also wohl darin besteht leichtgläubige Typen abzuschleppen, ihnen Hoffnungen zu machen und sich schön ausführen zu lassen. Und beide sind drauf reingefallen. Blöd gelaufen.

Klar, das ist jetzt nicht gerade Conscious Rap, der Track ist textlich schon Flausch, der ein bisschen wie heutzutage bei “Easy” von Cro (übrigens auch Stuttgarter) mehr um die Hook rum aufgebaut ist als wirklich eine Aussage hat. Obwohl man echt sagen muss, die Story, die die erzählen ist schon in sich schlüssig und gut konstruiert.

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Lied des Tages: Samy Deluxe – Feind Bild

Unter den teils sehr spaßigen Liedern, die sich auf der Juice-EP namens Baus Kingskis Late Night Sessions tummeln, fand auch ein überaus gesellschaftskritischer Song den Einzug in die Sammlung der Songs, die im Zuge der Veröffentlichung des Nummer-eins-Albums SchwarzWeiss als Sahnehäubchen für die Fans im August 2011 veröffentlicht wurde. Samy Deluxe selbst sagte in der Juice zu diesem Lied:

Auch in einer Nacht entstanden. Ich hab ein Sample gefunden, in der MPC gechoppt und Drums drauf gehauen. Tony und Vito haben noch alle möglichen Sounds drübergespielt. Am Tag zuvor hatte ich mitbekommen, dass Judith von “Wir sind Helden” diese Bild-Promi-Plakat-Kampagne abgelehnt hatte. Diese Aktion habe ich so gefeiert, dass ich davon inspiriert diesen Text geschrieben habe, während Tony und Vito noch am Beat gebastelt haben. Den hochgepitchten Spoken-Word-Part am Ende hatte ich ein paar Monate vorher für ein Theaterstück geschrieben und fand ihn sehr passend in diesem Kontext

Den Hörer erwartet in diesem Song nicht nur Kritik an Redakteuren der Bild-Zeitung, wie der Titel vermuten lässt, sondern ein Rundumschlag gegen die komplette Medienlandschaft an sich, da es dort nicht unüblich ist,  dass die Wahrheit zugunsten von Einschaltquoten bzw. Verkäufen hier und da auf der Strecke bleibt. Problematisch wird dies, wenn die meisten der restlichen Menschen aus Bequemlichkeit, Gewohnheit oder sonstigen Gründen ihr komplettes Weltbild aus der Berichterstattung der Medien ableiten, ohne etwas Schlimmes dabei zu ahnen. Dies resultiert dann in Verwirrung, Orientierungslosigkeit und einer stark verzerrten Sicht der Dinge.

Ein sehr interessanter Aspekt, den Samy im Laufe dieses Songs anspricht, ist die Tatsache, dass positivie Veränderungen der Systeme, die unsere Gesellschaft bestimmen, auch dadurch verhindert werden, dass in den Medien darauf aufmerksam gemacht werden müsste. Da diese jedoch nicht im Geringsten daran interessiert sind, womöglich ihre Vormachtstellung einzubüßen oder auch von anderer Seite her beeinflusst werden, hört man von gesellschaftsveränderndern Strömungen in den klassischen Massenmedien so gut wie gar nichts. Das Internet bietet an dieser Stelle natürlich mannigfaltige Möglichkeiten der Kommunikation und des Austauschens von Informationen, doch das ist eine andere Geschichte.

zu den Lyrics auf rapgenius.com

Lied des Tages: JAW feat. Absztrakkt – Zeit

Zum Schlussakt seines im Jahr 2010 erschienenen Solo-Albums “Täter-Opfer-Ausgleich” holte sich der Vollzeit-Misantroph JAW niemand Geringeres als den bekennenden Buddhisten Absztrakkt ins Boot, um eine urbane Abhandlung von Karma und Determinismus aller erster Güte aufs Parkett zu zaubern. Schon im ersten Refrain wird deutlich, was den Zuhörer in den kommenden Strophen erwartet: jeder einzelne Moment, den man durchlebt, wird zum Bestandteil des eigenen Lebens und abhängig von den Entscheidungen, die man trifft, ändert man seine eigene Zukunft.

JAW nutzt dieses Konzept, um in seiner Strophe über seine Vergangenheit zu philosophieren und wie seine damaligen Entscheidungen und Erlebnisse ihn geformt haben, respektive was er daraus gelernt hat (oder auch nicht). Durch die Verwendung massig bedeutungs- und symbolschwangerer Worte verleiht JAW seinen Aussagen fast schon religiösen Charakter und setzt somit den Grundstein für die folgende Strophe von Absztrakkt. Im Gegensatz zu seinem Kollegen beschäftigt sich der Lüdenscheider MC eher mit der Gegenwart und richtet seine Worte teils direkt an den Hörer. Schon zu Beginn seiner Darbietung verwöhnt uns Absztrakkt mit einer cleveren Anspielung auf die Doppeldeutigkeit des Wortes Prozess. Gepaart mit einigen Vergleichen, die auch in einem überaus passablen Battletrack hätten Einzug finden können, wird dieses Stück musikalischer Philosophie abgerundet.

Zu den Lyrics auf rapgenius.com

EP des Monats: Megaloh “Monster EP Lyrics” (RGD-Exklusiv)

Auch wenn die 30 Sekunden Probehören bei Amazon ein Witz sind, haben mir vor 3 Monaten bereits die ersten 90 Sekunden gereicht, um mich für den Kauf dieser EP zu entscheiden. Das Geld hab’ ich gut angelegt. Die Platte ist in meinen Augen komplett: erstklassige Beats und Megalohs unverwechselbar voluminöse Stimme, die uns mit durchweg starken Texten und unterschiedlichsten Themen versorgt. Die Texte könnt ihr jetzt erstmals auf Rapgenius.com diskutieren (und korrigieren – alles hab’ ich leider nicht verstanden). Mehr …

Lied des Tages: Prinz Pi – Das Mädchen vom Werbeplakat

Auf dem sogenannten Streetalbum 2007, das im Zusammenhang mit der ersten Prinz Pi DVD als CD-DVD-Kombo Das PRINZ IP PRINZ PI Volume 1 veröffentlicht wurde, finden sich unter anderem mit Tief und Fluch der Besten zwei der bemerkenswertesten Songs aus der Diskographie des Herrn Kautz. Das jedoch bei weitem herausstechendste Tonstück ist Das Mädchen vom Werbeplakat. Mehr …

Lied des Tages: Torch – Blauer Schein

Eko war jung und brauchte das Geld, Nate 57 ist auf der Jagd nach ihm, Sido schmiss mit Fuffies im Club und  K.I.Z. wollten Geld sogar Essen. Amerikanische Musikvideos zum Vorbild genommen flogen Scheine sowohl in Texten als auch in Videos immer häufiger durch die Gegend, teils ernst gemeint, teils ironisch, teils lachhaft, teils traurig. Mehr …

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